RA

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#1 | Beitragvon Sandy am 06.05.2003, 17:18

Hallo Ihr!<br><br>Ich bin ganz neu in der Zwangsvollstreckung und habe jetzt folgendes Problem:<br><br>Ich habe im Vollstreckungsauftrag aus einem VB vergessen, die bereits vom Mandanten bezahlten RA-Gebühren von 10/10 MB und 5/10 VB geltend zu machen. Auf den Vollstreckungsauftrag hin hat der Schuldner eine Ratenzahlung erbracht. Die Unterlagen sind noch bei der Gerichtsvollzieherin.<br><br>Muss ich jetzt über die RA-Kosten neuen Vollstreckungsauftrag erteilen? Oder gibt es eine andere Möglichkeit?<br><br>Ich hoffe es antwortet mir jemand relativ schnell. Vielen Dank!
Sandy
 

RA

#2 | Beitragvon Gast am 07.05.2003, 15:17

Hallo Sandy!<br>Also, wenn ich das richtig verstehe, hast Du die festgesetzten Kosten nicht im Forderungskonto aufgeführt. Das ist eigentlich nicht tragisch. Und wie das im Rechtswesen so ist, gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten:<br>Variante 1) Du gibt der Gerichtsvollzieherin nen Kaffee aus und rufst sie an und bittest sie ganz nett, die Vollstreckung mit einen Forderungskonto, in dem die Kosten mit aufgeführt sind, zu betreiben. Sie muß also eigentlich nur den Schuldner länger zur Zahlung auffordern, wenn der sowieso schon Raten zahlt. Kommt drauf an, wie die gute Dame drauf ist. Vielleicht ist es ja ne Nette und das klappt gleich so.<br>Variante 2) Der Schulnder zahlt jetzt erst einmal die Hauptforderung und was sonst alles in dem Forderungskonto steht. Wenn er dann fast fertig ist, machst Du ein Schreiben an ihn, daß er je auch verpflichtet ist, die Kosten zu tragen und wehe, er stellt die Zahlung ein. Da hast Du ein Problem, wenn die Gerichtsvollzieherin den VB schon an den Schuldner herausgegeben hat. Dann kannste dem nämlich nicht mehr mit ZV kommen. Da kann man aber auch die Gerichtsvollzieherin anschreiben oder anrufen und darauf aufmerksam machen. Am besten zieht hier das Argument: Aus Kostengründen haben wir für den Mandanten erst mal aus einem Teilbetrag des VB vollstreckt. Erst wenn diese ZV erfolgreich war, sollten wir wegen den Kosten vollstrecken.<br>Variante 3) Und das willst Du bestimmt nicht hören: Ein neuer ZV-Auftrag. Da mußt Du aber auch höllisch aufpassen, daß die Gerichtsvollzieherin nicht schon den Titel an den Schuldner herausgegeben hat. Dann mußt Du eine Zweitschrift beantragen und den Antrag mit dem falschen ZV-Antrag begründen. Der Schuldner bekommt den Antrag sowieso zur Stellungnahme zugestellt. Da wird er einwenden, daß er ja schon gezahlt hat. Da ist ihm mit der Begründung gleich der Wind aus den Segeln genommen.<br>So, ich hoffe, ich habe Dich nicht ganz verwirrt. Kannst ja im Notfall nochmal rückfragen. Viel Glück! Und nicht verzweifeln: ZV ist im Normalfall gar nicht zu schlimm. :-D
Gast
 

RA

#3 | Beitragvon Gast am 07.05.2003, 15:17

Hallo Sandy!<br>Also, wenn ich das richtig verstehe, hast Du die festgesetzten Kosten nicht im Forderungskonto aufgeführt. Das ist eigentlich nicht tragisch. Und wie das im Rechtswesen so ist, gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten:<br>Variante 1) Du gibt der Gerichtsvollzieherin nen Kaffee aus und rufst sie an und bittest sie ganz nett, die Vollstreckung mit einen Forderungskonto, in dem die Kosten mit aufgeführt sind, zu betreiben. Sie muß also eigentlich nur den Schuldner länger zur Zahlung auffordern, wenn der sowieso schon Raten zahlt. Kommt drauf an, wie die gute Dame drauf ist. Vielleicht ist es ja ne Nette und das klappt gleich so.<br>Variante 2) Der Schulnder zahlt jetzt erst einmal die Hauptforderung und was sonst alles in dem Forderungskonto steht. Wenn er dann fast fertig ist, machst Du ein Schreiben an ihn, daß er je auch verpflichtet ist, die Kosten zu tragen und wehe, er stellt die Zahlung ein. Da hast Du ein Problem, wenn die Gerichtsvollzieherin den VB schon an den Schuldner herausgegeben hat. Dann kannste dem nämlich nicht mehr mit ZV kommen. Da kann man aber auch die Gerichtsvollzieherin anschreiben oder anrufen und darauf aufmerksam machen. Am besten zieht hier das Argument: Aus Kostengründen haben wir für den Mandanten erst mal aus einem Teilbetrag des VB vollstreckt. Erst wenn diese ZV erfolgreich war, sollten wir wegen den Kosten vollstrecken.<br>Variante 3) Und das willst Du bestimmt nicht hören: Ein neuer ZV-Auftrag. Da mußt Du aber auch höllisch aufpassen, daß die Gerichtsvollzieherin nicht schon den Titel an den Schuldner herausgegeben hat. Dann mußt Du eine Zweitschrift beantragen und den Antrag mit dem falschen ZV-Antrag begründen. Der Schuldner bekommt den Antrag sowieso zur Stellungnahme zugestellt. Da wird er einwenden, daß er ja schon gezahlt hat. Da ist ihm mit der Begründung gleich der Wind aus den Segeln genommen.<br>So, ich hoffe, ich habe Dich nicht ganz verwirrt. Kannst ja im Notfall nochmal rückfragen. Viel Glück! Und nicht verzweifeln: ZV ist im Normalfall gar nicht zu schlimm. :-D
Gast
 

RA

#4 | Beitragvon Stefanie am 07.05.2003, 15:18

Hallo Sandy!<br>Also, wenn ich das richtig verstehe, hast Du die festgesetzten Kosten nicht im Forderungskonto aufgeführt. Das ist eigentlich nicht tragisch. Und wie das im Rechtswesen so ist, gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten:<br>Variante 1) Du gibt der Gerichtsvollzieherin nen Kaffee aus und rufst sie an und bittest sie ganz nett, die Vollstreckung mit einen Forderungskonto, in dem die Kosten mit aufgeführt sind, zu betreiben. Sie muß also eigentlich nur den Schuldner länger zur Zahlung auffordern, wenn der sowieso schon Raten zahlt. Kommt drauf an, wie die gute Dame drauf ist. Vielleicht ist es ja ne Nette und das klappt gleich so.<br>Variante 2) Der Schulnder zahlt jetzt erst einmal die Hauptforderung und was sonst alles in dem Forderungskonto steht. Wenn er dann fast fertig ist, machst Du ein Schreiben an ihn, daß er je auch verpflichtet ist, die Kosten zu tragen und wehe, er stellt die Zahlung ein. Da hast Du ein Problem, wenn die Gerichtsvollzieherin den VB schon an den Schuldner herausgegeben hat. Dann kannste dem nämlich nicht mehr mit ZV kommen. Da kann man aber auch die Gerichtsvollzieherin anschreiben oder anrufen und darauf aufmerksam machen. Am besten zieht hier das Argument: Aus Kostengründen haben wir für den Mandanten erst mal aus einem Teilbetrag des VB vollstreckt. Erst wenn diese ZV erfolgreich war, sollten wir wegen den Kosten vollstrecken.<br>Variante 3) Und das willst Du bestimmt nicht hören: Ein neuer ZV-Auftrag. Da mußt Du aber auch höllisch aufpassen, daß die Gerichtsvollzieherin nicht schon den Titel an den Schuldner herausgegeben hat. Dann mußt Du eine Zweitschrift beantragen und den Antrag mit dem falschen ZV-Antrag begründen. Der Schuldner bekommt den Antrag sowieso zur Stellungnahme zugestellt. Da wird er einwenden, daß er ja schon gezahlt hat. Da ist ihm mit der Begründung gleich der Wind aus den Segeln genommen.<br>So, ich hoffe, ich habe Dich nicht ganz verwirrt. Kannst ja im Notfall nochmal rückfragen. Viel Glück! Und nicht verzweifeln: ZV ist im Normalfall gar nicht zu schlimm. :-D
Stefanie
 

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#5 | Beitragvon Sandy am 07.05.2003, 20:16

Hallo Stefanie!<br><br>Danke für die schnelle Antwort. Ich glaube ich werde es jetzt mit deinem 2 Vorschlag versuchen. Es ist doch normalerweise üblich die RA-Kosten sofort mit ins Forderungskonto aufzunehmen? Gestern hat mir nämlich eine Bekannte erzählt, dass es bei ihr in der Kanzlei üblich wäre die RA-Kosten vorerst nicht geltend zu machen. Genaue Gründe dafür konnte sie mir aber auch nicht nennen. Hast Du vielleicht eine Idee?
Sandy
 

RA

#6 | Beitragvon Irene am 09.05.2003, 18:50

Hallo Sandy!<br><br>Ich habe über deine Frage nachgedacht. Ich wüsste auch keinen Grund, warum man die RA-Kosten nicht von Anfang an geltend machen sollte. Wir nehmen die RA-Kosten fast immer in den Vollstreckungsauftrag mit rein. Denn wenn man wegen Teilforderung vollstreckt, läuft man immer die Gefahr, dass der Gerichtsvollzieher das Wort <b> Teilforderung </b> im Vollstreckungsauftrag übersieht und nach Zahlung den Titel an den Schuldner aushändigt. Es ist nachher ziemlich viel Schreiberei, eine zweite vollstreckbare Ausfertigung zu bekommen und es nimmt lange Zeit in Anspruch. Oft wollen die Rechtspfleger vorher eine Anhörung des Schuldners und und und...<br><br>In Ausnahmefällen, wenn z.B. die Forderung sehr hoch ist, vollstrecken wir bezüglich einer Teilforderung, um die Kosten gering zu halten. ;-)
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#7 | Beitragvon Stefanie am 12.05.2003, 09:16

Hallo Sandy!<br>Ich wüßte jetzt aber auch nicht, wieso die RA-Kosten nicht gleich in den Vollstreckungsantrag sollten. Da sind die wenigstens gleich mit vollstreckt. Es sei denn, der Gläubiger möchte zuerst die Hauptforderung beglichen haben, weil er z.B. die RA-Kosten von der Steuer absetzen möchte oder die Rechtsschutzversicherung ruhig etwas länger auf ihr Geld warten soll. Das gibt doch aber sicher Probleme bei der (Raten-)Zahlung, wegen der Verrechnungsvorschrift im BGB und so. Also ich würde sie immer gleich mit geltend machen und nur auf Anweisung aus dem Antrag rausnehmen.<br>Tschüß.
Stefanie
 

RA

#8 | Beitragvon Sandy am 17.05.2003, 16:59

Vielen Dank für eure schnellen Antworten. Habt mir echt weitergeholfen!<br><br>Sandy
Sandy
 

RA

#9 | Beitragvon Gast am 06.04.2005, 14:32

<small><i><b>Antwort auf: </b>Hallo Sandy!<br><br>Ich habe über deine Frage nachgedacht. Ich wüsste auch keinen Grund, warum man die RA-Kosten nicht von Anfang an geltend machen sollte. Wir nehmen die RA-Kosten fast immer in den Vollstreckungsauftrag mit rein. Denn wenn man wegen Teilforderung vollstreckt, läuft man immer die Gefahr, dass der Gerichtsvollzieher das Wort <b> Teilforderung </b> im Vollstreckungsauftrag übersieht und nach Zahlung den Titel an den Schuldner aushändigt. Es ist nachher ziemlich viel Schreiberei, eine zweite vollstreckbare Ausfertigung zu bekommen und es nimmt lange Zeit in Anspruch. Oft wollen die Rechtspfleger vorher eine Anhörung des Schuldners und und und...<br><br>In Ausnahmefällen, wenn z.B. die Forderung sehr hoch ist, vollstrecken wir bezüglich einer Teilforderung, um die Kosten gering zu halten. ;-)</i></small><br><br>
Gast
 

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#10 | Beitragvon Gast am 06.04.2005, 14:32

<small><i><b>Antwort auf: </b>Hallo Sandy!<br><br>Ich habe über deine Frage nachgedacht. Ich wüsste auch keinen Grund, warum man die RA-Kosten nicht von Anfang an geltend machen sollte. Wir nehmen die RA-Kosten fast immer in den Vollstreckungsauftrag mit rein. Denn wenn man wegen Teilforderung vollstreckt, läuft man immer die Gefahr, dass der Gerichtsvollzieher das Wort <b> Teilforderung </b> im Vollstreckungsauftrag übersieht und nach Zahlung den Titel an den Schuldner aushändigt. Es ist nachher ziemlich viel Schreiberei, eine zweite vollstreckbare Ausfertigung zu bekommen und es nimmt lange Zeit in Anspruch. Oft wollen die Rechtspfleger vorher eine Anhörung des Schuldners und und und...<br><br>In Ausnahmefällen, wenn z.B. die Forderung sehr hoch ist, vollstrecken wir bezüglich einer Teilforderung, um die Kosten gering zu halten. ;-)</i></small><br><br>
Gast
 

RA

#11 | Beitragvon Gast am 06.04.2005, 14:32

<small><i><b>Antwort auf: </b>Hallo Sandy!<br><br>Ich habe über deine Frage nachgedacht. Ich wüsste auch keinen Grund, warum man die RA-Kosten nicht von Anfang an geltend machen sollte. Wir nehmen die RA-Kosten fast immer in den Vollstreckungsauftrag mit rein. Denn wenn man wegen Teilforderung vollstreckt, läuft man immer die Gefahr, dass der Gerichtsvollzieher das Wort <b> Teilforderung </b> im Vollstreckungsauftrag übersieht und nach Zahlung den Titel an den Schuldner aushändigt. Es ist nachher ziemlich viel Schreiberei, eine zweite vollstreckbare Ausfertigung zu bekommen und es nimmt lange Zeit in Anspruch. Oft wollen die Rechtspfleger vorher eine Anhörung des Schuldners und und und...<br><br>In Ausnahmefällen, wenn z.B. die Forderung sehr hoch ist, vollstrecken wir bezüglich einer Teilforderung, um die Kosten gering zu halten. ;-)</i></small><br><br>
Gast
 

RA

#12 | Beitragvon Gast am 06.04.2005, 14:32

<small><i><b>Antwort auf: </b>Hallo Sandy!<br><br>Ich habe über deine Frage nachgedacht. Ich wüsste auch keinen Grund, warum man die RA-Kosten nicht von Anfang an geltend machen sollte. Wir nehmen die RA-Kosten fast immer in den Vollstreckungsauftrag mit rein. Denn wenn man wegen Teilforderung vollstreckt, läuft man immer die Gefahr, dass der Gerichtsvollzieher das Wort <b> Teilforderung </b> im Vollstreckungsauftrag übersieht und nach Zahlung den Titel an den Schuldner aushändigt. Es ist nachher ziemlich viel Schreiberei, eine zweite vollstreckbare Ausfertigung zu bekommen und es nimmt lange Zeit in Anspruch. Oft wollen die Rechtspfleger vorher eine Anhörung des Schuldners und und und...<br><br>In Ausnahmefällen, wenn z.B. die Forderung sehr hoch ist, vollstrecken wir bezüglich einer Teilforderung, um die Kosten gering zu halten. ;-)</i></small><br><br>
Gast
 

RA

#13 | Beitragvon Beate12 am 06.04.2005, 19:02

Hallo Sandy, <br><br>du schreibst die Gerichtsvollzieherin an und bittest die fehlenden festgesetzten Kosten mit hinzuzusetzen. Dann kann nichts mehr schief gehen. <br><br>Gruß Beate
Beate12
 


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