Zwangsvollstreckung wegen 0,92 €

Zwangsvollstreckung wegen 0,92 €

#1 | Beitragvon Eileen am 25.01.2005, 15:08

Hallo, <br><br>ich brauche bitte Eure Hilfe. Einen gegen unseren Mandanten ergangenen KFB habe ich an die RSV gegeben. Diese hat den festgesetzten Betrag an die Gegenseite gezahlt, wohl aber zu wenig Zinsen. Und wegen einem jetzt noch offenen Betrag von 0,92 € (!) hat der gegnerische Anwalt eine Zwangsvollstreckungsandrohung geschickt (Kosten von ca. 15,00 € sind entstanden). Ich weiß ja, daß es keinen Mindestbetrag für die ZV gibt, aber man schickt doch nicht den GV wegen 0,92 € los?<br><br>Vielen Dank für Eure Hilfe.
Eileen
 

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#2 | Beitragvon Gast am 25.01.2005, 21:33

Das ist schon ein starkes Stück wegen 0,92 € eine Vollstreckungsandrohung zu schicken. Aber leider hat die Erfahrung gezeigt, dass es manche, gerade bei rechtsschutzversicherten Mandanten auf den letzten Cent ankommen lassen. Schuld sind die RSV selbst, denn die wissen ganz genau, dass nicht nur die festgesetzten Kosten sondern auch die Zinsen zu zahlen sind. Kollegialiter hätte der gegn. Anwalt einen entsprechenden Hinweis in einem normalen Schreiben geben können. Nun denn, da muss die RSV wohl in den sauren Apfel beißen. Ich persönlich rechne der RSV schon die Zinsen bis zum Tag an dem ich das Schreiben verfasse aus zzgl. weiterer Zinsen i. H. v. ...ab dem darauffolgenden Tag und weise die RSV an,diesen Betrag zu zahlen. <br>Während meiner Ausbildung, meinte auch ein Gegenanwalt noch 0,71 DM fordern zu müssen. Darüber hat sich mein Chef derart geärgert,dass er mir die 0,71 DM in lauter 1-Pfennigstücken gab, die ich persönlich an den Gegenanwalt überbringen musste.
Gast
 

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#3 | Beitragvon PS22 am 26.01.2005, 10:11

Ich hab das schon häufig erlebt, dass für die Androhung einer ZV-maßnahme Gebühren verlangt werden. Worauf wird dieses Verlangen eigentlich gestützt? M. E. gibt es da keine rechtliche Grundlage, nach der man für die bloße Androhung der ZV schon Gebühren einheimsen darf. Wäre schön, wenn mir jemand diese Frage im Rahmen dieses Themas beantworten könnte. Die Frage brennt mir nämlich schon seit langem unter den Nägeln. <br><br>Vielen Dank <br>Peggy
PS22
 

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#4 | Beitragvon Gast am 26.01.2005, 12:53

Wir haben dieses Thema auch öfter in der Kanzlei, dass die Gegenseite die Zinsen nicht zahlt. Bei normalen Personen schicken wir meist nur ein kurzes Schreiben, in dem wir die Zinsen anfordern und ich schicke auch eine Forderungsaufstellung bei, aus der man die Zahlungen sowie Zinsberechnung ersehen kann. <br><br>Bei Rechtsschutzversicherungen oder durch Anwälte vertretene Parteien liegt die Sache schon anders. Die RSV sowie Anwälte wissen ganz genau, dass die Zinsen ebenfalls zu zahlen sind. In solchen Fällen schicken wir meist ein Aufforderungsschreiben bezüglich der Zinsen und rechnen dann eine 3/10 nach BRAGO/0,3 nach RVG ab. So habe ich das in meiner Ausbildung gelernt und mache es auch heute noch so.
Gast
 

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#5 | Beitragvon Gast am 26.01.2005, 16:00

BGH, Beschluss vom 18.07.03, IXa ZB 146/03 + diverse Literatur<br><br>MandyK
Gast
 

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#6 | Beitragvon PS22 am 27.01.2005, 10:18

Danke dir Mandy.<br><br>LG Peggy
PS22
 


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