Chef mit massivem Alkoholproblem, wie stoppt man s

Chef mit massivem Alkoholproblem, wie stoppt man s

#1 | Beitragvon susu am 04.01.2005, 17:45

Hallo liebe Kolleginnen, jetzt muss ich mich mal ausweinen:<br><br>Ich arbeite in einer Kanzlei mit fünf Anwälten, der Älteste davon hat seit Jahren ein massives Alkoholproblem. Inzwischen wissen alle in der Stadt davon, unter Richtern und Kollegen hat er bereits seinen Spitznamen weg.<br><br>Was man sich über Anwälte im Suff so vorstellen kann, wir haben es schon erlebt. Besoffen in der Kanzlei herumgetorkelt, besoffen Mandantengespräche geführt, auf der Toilette oder am Schreibtisch eingeschlafen, besoffen zum Gericht gefahren (auch mehrmals zum falschen Gericht), Falschberatungen ( die Notarurkunde können Sie ruhig unterschreiben ) und und und..<br><br>Wenns mal wieder ganz schlimm wird, also wenn man es wirklich nicht mehr übersehen/überriechen kann, drängen die anderen Anwälte, dass er entweder einen Entzug macht, oder zu Hause bleibt. Er hatte schon Hausverbot, alles erfolglos. Dann bleibt er ein paar Tage daheim, wir machen seine Arbeit mit, und dann kommt er wieder als ob nichts wäre. Die Anwälte behandeln ihn auch wie immer und so bleibt bei ihm wohl das Gefühl, das alles in Ordnung ist. <br><br>Wir alle wissen und sprechen auch darüber, dass er viele Fehler macht. Das wird halt ausgebügelt, wenns bemerkt wird. Gelegentlich merken wir es zu spät, das kostet dann halt ein bissel was um dem Mandanten den Schaden zu ersetzen. Oder man windet sich sonstwie raus. Das ärgert mich persönlich unheimlich! Erst im Suff den Mandanten falsch beraten, und dann decken die anderen Anwälte ihn und erklären dem Mandanten, da hätte man sowieso nicht gewinnen können , wider besseres Wissen!!!!<br><br>Ihr könnt euch vorstellen, dass die neuen Mandante immer weniger werden, vor allem die guten großen Firmenkunden sind in der Zwischenzeit fast komplett verschwunden. Wir leben eigentlich nur noch von Laufkundschaft und dem sehr guten Ruf, den die Kanzlei seit Jahrzehnten hatte. <br><br>Es ist unfassbar, dass die anderen vier Anwälte tatenlos zusehen wie einer seine Existenz, und im schlimmsten Fall noch unsere ganze Kanzlei oder gar am Ende noch die Existenz eines Mandanten ruiniert! Es ist ja schon einiges vorgefallen, aber (leider) noch nichts wirklich so schlimmes, dass dieser Anwalt nicht mehr praktizieren könnte. Es klingt hart, aber wir wären sehr erleichtert, wenn es endlich mal den großen Knall gäbe, dann wäre endlich Ruhe.<br><br>Manchmal gibt er Aufträge die sind so offensichtlich falsch, aber er lässt sich nicht beirren wie z.B. Der Mahnbescheid muss nicht zum Arbeitsgericht, schicken sie ihn zum Amtsgericht! Hinterher erinnert er sich natürlich an nichts mehr und wer hat das Problem? Da lässt er Fristen streichen oder eintragen, Gerichtstermine wurden ihm vom Richter grad am Telefon abgesagt, die Sekretärin streicht ganz brav und wer ist schuld wenn der Anwalt dann nicht erscheint? Es ist unvorstellbar!!!<br><br>Soweit wir Angestellten uns absichern können, tun wir das natürlich und schreiben Aktenvermerke, wenn uns eine Anweisung seltsam erscheint, aber wer kann das schon immer entscheiden? Die Anwälte haben dem Kollegen schon angeboten (er ist 61 Jahre), dass er zuhause bleiben kann und trotzdem sein Gehalt bis zur Rente mit 65 ausbezahlt bekäme. Das will er aber nicht. Wie gesagt, er bleibt drei Tage daheim und dann ist für alle wieder alles gut. <br><br>Es fällt mir so schwer, den Mandanten das Blaue vom Himmel runterzulügen, nur damit man ihm den Rücken frei hält. Am liebsten würde ich manchmal zum Mandanten sagen: Nehmen Sie die Akte und lassen sie von einem Anwalt prüfen, ob wir alles richtig gemacht haben. Ihr könnt euch vorstellen, was bei so einer Prüfung manchmal wohl rauskäme. Ich habe damit ein echtes Problem!<br><br>Nur, was kann man tun? Zur Rechtsanwaltskammer? Da sitzt ein anderer Kollege ganz weit oben , ob die da wirklich eingreifen? Hat sonst jemand eine Idee? <br><br>Ich will nicht tatenlos zusehen, wie ein -natürlich kranker- Mensch soviel Schaden anrichtet. Ihm kann ich ja wohl nicht helfen, das muss er schon selbst tun. Nicht auszumalen, was da noch alles passieren könnte, da wird mir ganz schlecht! Nachdem sich die vier Kollegen von ihm über die weitere Vorgehensweise nicht einig sind (zwei alte Anwälte, auch kurz vor der Rente, zwei jüngere, die wollen von der Kanzlei noch länger leben), passiert halt einfach nichts. Also, wenn nicht von einer anderen Seite jemand diesen Wahnsinn stoppt, wird hier wohl doch noch etwas Schlimmes passieren müssen, bis sich was ändert. <br><br>Ich bin für alle Vorschläge offen, alles ist besser als der Zustand im Augenblick. Hoffe sehr auf gute Tipps und bedanke mich bei allen für das offene Ohr..<br>
susu
 

Chef mit massivem Alkoholproblem, wie stoppt man s

#2 | Beitragvon nanaimo am 04.01.2005, 17:52

hey,<br><br>also ich hab nicht wirklich nen tipp für dich. aber ich kenne das problem. wir hatten mal ne RAin als freie mitarbeiterin, die hat gesoffen ohne ende. ist in schlimmen phasen schon morgens um 10 uhr betrunken zu gericht getorkelt. wir habens nach langem überlegen dem chef verklickert, haben ihm zum beweis die halb leeren gläser gezeigt. zum glück hat er uns geglaubt und die dame gekündigt. und schon waren wir sie los. <br><br>in deinem fall scheinen die kollegen RAe ja nicht so konsequent zu sein. aber den negativen ruf, den so jemand verbreitet, wird man nie wieder los und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine kanzlei sich das auf dauer leisten kann.<br><br>
nanaimo
 


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