Privatkram des Chefs

Hier findet ihr Fragen und Anmerkungen rund um das Azubi-Dasein.

Privatkram des Chefs

#1 | Beitragvon Sarah1985 am 24.06.2004, 13:06

Hallo ihr!<br><br>Das o.g. Thema ist eines der Dinge, die mich davon abhalten, mich in dem Beruf/in der Ausbildung komplett wohl zu fühlen. An sich macht mir alles Spaß und ist interessant, aber sobald mein Chef mir mit seinem privaten Blödsinn kommt, könnte ich ihn: Recherchieren Sie dies... , Gucken Sie das für meine Frau nach , Melden Sie mich dort an , Besorgen Sie mir jenes aus der Stadt oder meistgehasst: Bringen Sie doch bitte nach Feierabend das Paket hier für mich zur Post - Sie müssen doch ohnehin da vorbei wegen der Briefe Meistens dann natürlich freitags - klar - und zur Post muss ich eigentlich überhaupt gar nicht - es gibt auch anderswo Briefkästen... *ärger*<br>Ich bin in einer ziemlich kleinen Kanzlei, mein Chef ist sozusagen Einzelkämpfer . Ist es in größeren Betrieben auch so extrem, dass man sich um die privaten Angelegenheiten der Herrschaften kümmern muss und sagt ihr manchmal, wenn euch etwas nicht passt oder es total aus der Luft gegriffen und ungerechtfertigt ist?<br>Würde mich mal interessieren; ich bin dann meistens auf gedämpfte Art und Weise zickig und spreche kaum noch... manchmal hilft s und er sagt, so dringend wäre es nun doch noch nicht :-p<br><br>LG <br>Sarah
Sarah1985
 

Privatkram des Chefs

#2 | Beitragvon Gast am 24.06.2004, 16:25

Hallo Sarah,<br><br>das Thema hat mich während meiner Ausbildung auch immer tierisch genervt. Gerade im ersten Lehrjahr musste ich immer Zeitungsartikel aussuchen und selbige sortiert in einen Ordner heften. Den Ordner hat sich nie jemand angeschaut. Auch deine Aufgaben kenne ich zur Genüge. Das einzige Mittel ist wirklich, den Mund aufzumachen und zu sagen, dass du nach Feierabend eben keine Zeit mehr hast, zur Post zu gehen. Biete deinem Chef einfach an, eine halbe Stunde eher zu gehen um noch bei der Post vorbeizugehen. Was die sonstigen Aufgaben betrifft, musst du deinem Chef klar machen, dass du genügend andere Sachen zu tun hast und nicht dazu kommst, seine privaten Sachen zu erledigen. Ich fand das auch immer unverschämt, die privaten Sachen vom Chef zu erledigen, schließlich sind wir ja nicht Mädchen für alles . Ich bin nach einem halben Jahr in eine andere Kanzlei gekommen, wo mein Chef seinen Mist - bis auf Anmeldungen zu Seminaren und Hotelbuchungen - selbst macht. Natürlich wird man in der Ausbildung immer so Deppenarbeiten erledigen müssen. Das ging bei mir dann bis zum Ende der Ausbildung so. Wenn halt viel kopiert werden muss, dann ist der Azubi eben die erste Anlaufstelle. Du kannst dich also nur auf die Zeit nach der Ausbildung freuen. <br>Kleiner Trost: Die drei Jahre vergehen total schnell!!! <br><br>Liebe Grüße<br>Peggy :-D<br>
Gast
 

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#3 | Beitragvon Lene am 25.06.2004, 13:43

Hallo Sarah, <br><br>ich glaube nicht, daß das Problem aufhört, wenn du die Lehre beendet hast. Mein Chef glaubt, daß die Kanzlei sein Privatbüro ist! Er nimmt mit seinem Zeug die ganze Mannschaft in Beschlag – oft fallen auch deswegen Überstunden an. Ich glaube allerdings, daß es ein allgemeines Problem ist. Anwälte glauben einfach, daß ihre Angestellten für „alles“ da sind. <br><br>Natürlich bringt der Azubi die Post weg und holt sie auch. Wirtschaftlich gesehen, ist es für die Kanzlei zu teuer, die Fachkräfte damit zu beauftragen. Dies wird bei uns aber während der Arbeitszeit erledigt. Azubis dürfen bei uns keine Überstunden machen! Pakete usw. werden dann einfach nachmittags zur Post gebracht und alles was nach 17.oo Uhr noch kommt, geht eben erst am nächsten Tag weg; es sei denn, es ist wirklich supereilig. Du solltest vereinbaren, daß du Post, die du nicht in den Briefkasten werfen kannst, vorher wegbringst, am Nachmittag oder so. <br><br>Viele Grüße, :)<br><br>
Lene
 

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#4 | Beitragvon Lena am 28.06.2004, 14:37

Hallo Sarah, <br><br>ich finde, dass man bei diesem Thema einfach mal gegenüber dem Chef den Mund aufmachen muss. Ich erledige die Privatsachen meines Chefs prinzipiell nur während der Arbeitszeit, denn für mehr werde ich nicht bezahlt. Wer einmal anfängt, wegen dieser Privatsachen Überstunden zu schieben, der läuft Gefahr, dass dies dann immer vorausgesetzt wird und kommt sehr schlecht davon los. Zumal die Anwälte meist den Einsatz überhaupt nicht zu schätzen wissen. Ein paar klärende Worte könnte bei dir vielleicht auch nicht schaden. Prinzipiell ablehnen kann man die Erledigung von Chefs Privatsachen natürlich nicht, aber du kannst zumindest den Kompromiss mit deinem Chef finden, dass sich diese Privatsachen in einem angemessenen Rahmen halten und du deshalb auf keinen Fall Überstunden machen musst. Da du ja noch mitten in der Ausbildung bist, würde ich an deiner Stelle vielleicht auch eher noch auf die Vermittlung von neuem Fachwissen drängen, denn dazu bist du ja auch in der Kanzlei. <br>Ich hoffe, dass du nicht die kompletten drei Jahre die Privatsachen deines Chefs in solch erheblichen Umfang erledigen musst wie dies momentan der Fall zu sein scheint. Einfach mal den Mund aufmachen, auch wenns schwer fällt. <br><br>Lena<br><br>
Lena
 

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#5 | Beitragvon Knuddelmietz am 29.06.2004, 22:46

Hallo Sarah,<br><br>dieses Problem hatte ich auch. Nur kam bei meiner Chefin noch dazu, dass sie bei allem was ihr an meiner Arbeit nicht gepasst hat nur geschriehen hat. Am Anfang hat mich das total fertig gemacht. Ich kam Abends heim und war nur am heulen. <br>Aber dann kam mein Freund und hat gesagt ich hab 2 Möglichkeiten. 1. du bleibst da und machst den mund auf oder 2. du gehst. <br>Ich hab 1. gemacht. Ich hab zu meiner Chefin gesagt, entweder sie lässt das alles, oder ich geh. Das mit dem Privatkrams hat aufgehört, das schreien ist noch so. Morgen hab ich Prüfung und dann soll ich übernommen werden. Ich werd so lange dableiben, bis sie wieder schreit, und dann geh ich aber ohne frist. <br><br>du musst halt für dich entscheiden was du machst. <br>Andere können viel reden, aber du bist derjenige der der dumme ist und das regeln muss.
Knuddelmietz
 

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#6 | Beitragvon Gast am 30.06.2004, 09:47

Hallo Sarah, <br><br>ich hatte mal eine Vorlesung bei einem Gerichtsvollzieher und der hat mir etwas mit auf dem Weg gegeben, wovon ich seither sehr viel Gebrauch gemacht habe. <br><br> Entweder ihr lasst euch treten oder ihr tretet zurück. <br><br>Ich habe mich mittlerweile für zurück treten entschieden. Denn was bringt es schon, sich im Stillen zu beschweren und einen auf beleidigt zu machen? Jeder muss sein Leben selbst regeln und wenn man sich gegen negative Dinge nicht wehrt, dann sollte man sich zumindest nicht wundern, wenn man immer den Doofen spielen muss.
Gast
 

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#7 | Beitragvon Andrea.H am 09.09.2004, 22:20

Das mit dem Privatkram kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Ich muss andauernd in der Mittagspause oder nach Feierabend noch zur Post. Anstatt das dieses in den Arbeitszeiten gemacht wird, muss unsere freie Zeit darunter leiden. <br>Immer wieder fallen den Chefs neue Sachen ein, die sie noch unbedingt machen müssen. Unser Chef hat es vor allen Dingen so damit, dass er fünf Minuten vor Arbeitsende anfängt mit: Das muss noch unbedingt kopiert werden oder die Kassette muss auch noch geschrieben werden . So was ist echt blöde, wenn es Freitag Abend um 18 Uhr ist. Wenn sowieso schon alle Feierabend haben und man alleine dort steht und noch alles machen muss, was dem Chef grad einfällt. <br>Das rumgenörgel von ihm lasse ich mir aber nicht immer gefallen. Manchmal habe ich mich auch schon gewehrt und was dazu gesagt. <br><br>Aber immer daran denken Leute: Lehrjahre sind keine Herrenjahre ;-)
Andrea.H
 

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#8 | Beitragvon KathrinH am 25.03.2005, 21:52

wie gut das mein chef da anders ist... ja sicher er hat auch privatkrams, irgendwelche einladungen schreiben und kopieren oder bücher bestellen<br>aber das mache ich gerne, weil er eine dankende art hat. wenn ich länger bleibe, weil er unbedingt noch etwas raus haben musste, dann bedankt er sich und dann mach ich es gerne<br>aber manchmal stinkt es mich auch<br>vor allen dingen, wenn es 5 minuten vor schluss ist und alles aufhällt<br>aber dann muss er sich nicht wundern, wenn die post nichr mehr rausgeht
KathrinH
 

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#9 | Beitragvon Sarah99 am 25.04.2005, 09:00

da krieg ich manchmal richtige Zustände wenn ich sowas höre. Ich bin so froh, dass meine Cheffinen da anders sind. Zwar muss ich auch mal ein oder zwei private Dinge machen (allerdings nie auf Kosten meiner Freizeit oder so) aber dafür bringt meine Cheffin regelmäßig selbstgebackenen Kuchen udn sowas ins Büro. Allerdings muss ich dazu sagen, ich hab auch schon die Kanzlei gewechselt in der Ausbildung. War im ersten halben Jahr (1. Lehrjahr bis Februar) in einer großen Kanzlei mit 6 Anwälten und bin dort weggegangen weil ich nichts gelernt habe. Musste die ganze Zeit Akten suchen und eben dieses gehen Sie noch zur Post oder kaufen Sie ein oder sogar kuvertieren Sie bitte diese 100 Einladungen zu meinem 50. Geburtstag und solche Geschichten. Das wichtigste ist, dass man nicht aus der Ausbildung rausgeht und nacher nichts kann (praktisch). Manchmal muss man über seinen Schatten springen und auch mal Dinge erledigen, die nicht zum Aufgabengebiet einer Refa gehören; aber wenn am Ende die Ausbildung drunter leidet sollte man was tun. <br><br> Knuddelmietz hat den Mund aufgemacht - ich bin eben gegangen (war übrigens die beste Entscheidung die ich hätte treffen können).
Sarah99
 


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